Die Vereinsgeschichte des SV Fortuna 31 Herne e.V.

 

Der Sportverein Fortuna Herne wurde erstmals 1919 in der Gaststätte Krahwinkel in der Herner Hafenstraße (Baukau-Ost) vor allem von Bergleuten der Zeche Friedrich der Große gegründet.. Die Nachkriegszeit, die französische Besatzung und die galoppierende Inflation – der Besuch eines Fußballspiels kostete mittlerweile 1.000.000.000.000 Reichsmark – belasteten die Vereinsentwicklung schwer. K800_Bild0045

Da der Nachbarverein SC Westfalia Herne 04, als Prominentenclub bekannt, in den Jahren 1921 – 1924 nicht die Position in Herne einnahm, die man sich erhofft hatte und Vereine wie Germania Herne, TB Eickel, Preußen Wanne, Wanne 11 oder SV Castrop aus der näheren Umgebung sich in den den Vordergrund gespielt hatten, war 1923 eine Fusion zwischen Germania Herne und Westfalia Herne im Gespräch. Ein Sturm im Wasserglas brach in der öffentlichen Auseinandersetzung los und beide Seiten wehrten die Überlegungen ab. Westfalia steckte erstmals sportlich und organisatorisch in einer schweren Krise. Die Fusionsüberlegungen sollten aber in den nächsten Jahren ein Dauerbrenner bleiben. SV Fortuna Herne, 1925 mit einer Menge guter Spieler besetzt, spielte in den unteren Klassen eine gute Rolle und so wurde man auf sie aufmerksam. Vereinslokal war zu dieser Zeit die Gaststätte Nagel in der Hafenstraße 31 (später Gaststätte Kuhlmann). Vereinswirt Nagel, der sehr mit der Westfalia sympathisierte, brachte dann eine Fusion zwischen Westfalia Herne (Prominentenclub) und SV Fortuna Herne (Püttrologen) auf den Weg. Hermann Kracht (Westfalia) und Alfred Vahrson (Fortuna) besiegelten diese (August 1925) und bauten sie in den nächsten Jahren aus.

Der Verein sollte Vereinigte Westfalia – Fortuna Herne 04/19 heißen, ein Name, der sich jedoch nie durchsetzen sollte. Spieler wie Hermann Landwehr, Willi Pelowski, Erich Schrake, Jan Kuhnert, Thomas Töpling und Karl Töpling von Fortuna stellten das Gerippe der Mannschaft. Zwei Aufstiege in Folge (1929 und 1930) katapultierten Westfalia- Fortuna Herne 04/19 bis in die höchste Spielklasse. In 56 Meisterschaftsspielen wurden 43 gewonnen und nur 7 verloren. Nur ein verlorenes Entscheidungsspiel verhinderte 1931 die Teilnahme an der Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft. Bis dahin eine der besten Mannschaftsleistungen der Vereinsgeschichte.

Der Verein konnte sich weiter verstärken und die Fortunen-Spieler wurden nach und nach vernachlässigt behandelt. Zu stark waren die Interessen und sozialen Gegensätze der ungleichen Partner. Die wirkliche Entscheidungsebene des Vereins blieb allein den etablierten „Alt-Westfalen“ reserviert. Die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Spielern waren zwar auf dem Spielfeld null und nichtig, aber nach dem Abpfiff baute sich die soziale Schranke wieder auf. „Wenn das Spiel zu Ende war, waren die Fortunen auf der einen und die Westfalen auf der anderen Seite“, erzählte Karl Töpling. Je stärker sich Westfalia konsolidierte (neue Spieler wurden von anderen Vereinen abgeworben), desto mehr rückten die Spieler aus dem Herner Norden ins Abseits, bis sie 1931 den SCW fast komplett wieder verließen ….

SV Fortuna 31 Herne wurde nun „neu“ gründeten.

Die fußballbegeisterten Neugründer verdienen es, an dieser Stelle besonders genannt zu werden; es waren die Männer Hans Laukamp, Johann Kurek, Karl Töpling und Alfred Vahrson.

In den Jahren der Arbeitslosigkeit lagen viele junge Männer auf der Straße. Aus Langeweile spielten sie Fußball. Auf diese Weise entstanden die so genannten „wilden Vereine“. Fortuna zählte zu diesen Vereinen und hatte nach recht kurzer Zeit rund 500 Mitglieder. Der Verein schloss sich dem damaligen „Westdeutschen Spielverband“ an und gehörte seitdem nicht mehr zu den „wilden
Vereinen“. Den nunmehr legalen Spielbetrieb nahm Fortuna mit 4 Seniorenmannschaften, 4 Jugend- und 5 Schülermannschaften auf. Außerdem spielte noch eine 1b-Mannschaft, die unter dem Namen „Schlammgasse“ bekannt war. Der Spielbetrieb war sehr rege.

Als 1936 die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde, mussten viele gute Spieler Wehrdienst leisten und den Fußballsport vorübergehend aufgeben. Wegen des durch die Wehrpflicht einsetzenden Spielermangels sind viele Jugendliche zu Senioren erklärt worden, um die entstandenen Lücken zu schließen.

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 wurden immer mehr Spieler zum Militärdienst einberufen. Hierdurch war es noch schwieriger geworden, einen geordneten Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Im Jahre 1940 war es dem SV Fortuna nur noch möglich, mit einer Mannschaft zu spielen. Die schwierige Vereinsarbeit war in dieser Zeit von den Fußballkameraden Artur Ladwig und Felix Gorny zu bewältigen. Ihnen und den in der Heimat gebliebenen wenigen Spielern ist es zu verdanken, dass Fortuna in den Kriegswirren noch bis gegen Ende des Jahres 1944 durchspielen konnte. Als 1944 der Spielbetrieb zusammenzubrechen drohte, schloss der SV Fortuna mit dem SC Germania eine Spielgemeinschaft, die sich „Kriegsspielgemeinschaft Germania – Fortuna“ nannte.

Die ständig zunehmende Bombardierung der Ruhrgebietsstädte ließ ein Weiterspielen nicht mehr zu. Der gesamte Spielbetrieb wurde deshalb am 09. November 1944 eingestellt. Gleich nach Kriegsende sorgten die Vereinsstützen Walter Günther und Felix Gorny dafür, dass Fortuna wieder Fußballspielen konnte. Da auf Anordnung der Besatzungsmacht sämtliche Vereine ihren alten Namen nicht weiterführen durften, hieß Fortuna eine Zeitlang „Grün-Weiß Herne“.

Nach und nach ging es mit dem Vereinsleben beim SV Fortuna wieder bergauf. Gespielt wurde in der 1. Kreisklasse und nach der Spielzeit 1949/50 wäre Fortuna fast in die Bezirksklasse aufgestiegen, wenn nicht der auf den Fußballplätzen erkämpfte Aufstieg durch eine unverständliche Entscheidung am grünen Tisch zunichte gemacht worden wäre. Das von der Spruchkammer bestimmte Ausscheidungsspiel, das Fortuna in Arminia Marten austragen musste, wurde unglücklich mit 2 : 1 Toren verloren. Den Aufstieg in die Bezirksklasse schaffte die Mannschaft dann aber schon ein Jahr später. Leider wechselte der Stürmer Heini Weschollek als Vertragsspieler zum SV Sodingen. Hinzu kam das Unglück, dass ein weiterer guter Spieler, der Stürmer Günter Foke, im Oktober 1951 in einem Meisterschaftsspiel einen doppelten Beinbruch erlitt, der ihn zwang, das Fußballspielen aufzugeben. Trotzdem hatte die Mannschaft nach Beendigung der ersten Spielserie einen Mittelplatz inne. Die plötzliche Kündigung des Fußballplatzes durch die Zeche Friedrich der Große (freundlicherweise erlaubte die Spielvereinigung Horsthausen dem SV Fortuna die Heimspiele auf ihrem Platz an der Ludwigstraße auszutragen) führte dazu, das die Heimspiele auf einem neutralen Platz ausgetragen wurden. Die ungewohnte Umgebung sagte den Spielern nicht zu, so dass manch kostbarer Punkt abgegeben wurde, der sonst an der Hafenstraße geblieben wäre. Als Tabellenvorletzter trat die Mannschaft den Abstieg in die 1. Kreisklasse an. Hier mischte Fortuna dank des guten eigenen Nachwuchses, um den sich in ganz hervorragender Weise der viele Jahre als Schüler- und Jugendleiter tätig gewesene Walter Knobloch verdient gemacht hat, jahrelang in der Spitzengruppe mit.

Die erfolgreiche Spielweise hatte leider auch etwas „Negatives“; Nachbarvereine wurden auf den Fortunen – Nachwuchs aufmerksam. Etliche Stammspieler verließen den Verein und schlossen sich SC Westfalia Herne, SV Sodingen und anderen Vereinen an. So gingen u.a. Friedhelm Jesse, der als Jugendspieler des SV Fortuna das Tor der Jugendkreisauswahl gehütet hatte und mit ihr Westfalenmeister wurde, sowie Alfred Born zu Westfalia, während Hansi Chmielewski zum SV Sodingen wechselte. Die Mannschaft, 1958 in der ersten Serie noch Herbstmeister, geriet in der 2. Spielzeit schon in Abstiegsgefahr, konnte sich aber noch halten. Im nächsten Jahr wirkte sich der Aderlass dann vollends aus. Fortuna musste 1959 den bitteren Weg in die 2. Kreisklasse antreten.

Durch eine radikale Verjüngung aus der eigenen Jugend konnte eine Mannschaft herangebildet werden, die 1961 auch prompt den Wiederaufstieg in die höhere Spielklasse schaffte. Über 3 Jahre wurde die Spielstärke gehalten, bis es 1965 erneut zum Abstieg in die unterste Spielklasse kam.

Nach mehrmaligen vergeblichen Anläufen konnte 1970 der Wiederaufstieg in die 1. Kreisklasse gefeiert werden.

Das Jahr 1972 stand im Zeichen erfolgreicher Pokalspiele. So wurden die in der Landesliga spielenden Amateure des VfL Bochum mit einer 3 : 0 Niederlage nach Hause

geschickt. Das „Aus“ für unsere Mannschaft kam gegen den Verbandsligisten

FV Hombruch 09, der das Spiel erst in der Verlängerung mit 6 : 3 für sich entschied; zwischenzeitlich konnte unsere Mannschaft nach einem 0 : 2 Rückstand sogar mit

3 : 2 in Führung gehen.

In der Folgezeit waren personelle Schwierigkeiten zu überwinden, weil etliche Leute, die sich zuvor für Vereinsaufgaben wählen ließen, keine Neigung mehr zeigten, ihre Arbeit fortzusetzen. Dank des Engagements des Vorsitzenden Heinz Lager und des Restvorstandes konnte ein negatives Ausstrahlen auf die erste Mannschaft vermieden und die Meisterschaftsserie mit dem 10. Tabellenplatz abgeschlossen werden.

Hier ist positiv anzumerken, dass die Jugend– und Schülerarbeit mit Günter Seidel damals den Beifall der Vereinsmitglieder fand, da einige junge Spieler den Weg in die 1. Mannschaft fanden. 1974 wird neben der bestehenden ersten Altherren-Mannschaft eine zweite gebildet. Nach dem Tode des Vereinskameraden Reinhard Lubrich, der sich – am 04. April 1975 allzu früh gestorben – in allen nur denkbaren Funktionen innerhalb des Vereins mehr als verdient gemacht hatte, kämpfte die erste Mannschaft um den Klassenerhalt in der ersten Kreisklasse. Trotz einer Erfolgsserie von 8 Spielen ohne Niederlage zum Saisonende 1976 fehlte der ersten Mannschaft in der Endabrechnung 1 Punkt zum Klassenerhalt. So musste sie leider den bitteren Weg des Abstiegs in die 2. Kreisklasse antreten.

Dagegen gab es Erfolgsmeldungen aus der Jugendabteilung. So wurde die B-Jugend Gruppenmeister, die C-Jugend Gruppenzweiter und Hallenmeister. 1977 übernimmt Manfred Judel das Jugendtraining und erreicht mit der B-Jugend das Kreispokalendspiel. Hier setzt es mit 0 : 4 gegen DSC Wanne allerdings eine deutliche Niederlage.

Bei einer großen Gratulationscour im Jahre 1978 gratuliert Vorsitzender Heinz Lager dem verdienten Ehrenmitglied Heinrich Heimson zur Vollendung seines 80. Lebensjahres. Heinrich Heimson, 1978 gestorben, hatte sich in vielfältiger Weise Verdienste in seiner Eigenschaft als Jugendleiter und Obmann erworben.

Im Januar 1979 erreicht die A-Jugend mit ihrem Trainer Heinz Lager das Kreispokalendspiel, muss sich aber trotz tapferer Gegenwehr auf schneebedecktem Boden dem DSC Wanne mit 2 : 4 beugen. Als Stadtgruppensieger schaffte sie außerdem den Aufstieg in die Kreisleistungsklasse. Dieses gute Abschneiden hatte leider auch eine negative Seite, denn gute Spieler wurden von anderen Vereinen abgeworben.

Die gute Jugendarbeit erlitt dadurch einen erheblichen Knacks. Günter Seidel ging diese Entwicklung derart an die Nieren, dass er für ein Jahr als Jugendleiter zurücktrat, um sich zu erholen. Mit Manfred Zipfel wird nach 7jähriger Tätigkeit ein engagierter Trainer verabschiedet, der die Nachfolge von Hans Chmielewski antrat, der wiederum zuvor in die Fußstapfen von Reinhard Lubrich getreten war.

Trotz seines unermüdlichen Einsatzes war es Manfred Zipfel nicht vergönnt, mit der ersten Mannschaft aufzusteigen. Er ging ohne Groll als Freund. Sein Nachfolger wurde Helmut Bachor, der nach kurzer Zeit von Jürgen Wohlrab 1979 abgelöst wurde. Hier kam Jürgen Wohlrab, als ehemaliger aktiver Spieler der ersten Mannschaft zugute, dass bis auf zwei Jugendliche alle Abgewanderten zurückkehrten. Sie hatten erkannt, dass man die im SV Fortuna erlebte Kameradschaft „ in der Fremde „ nicht in gleicher Weise findet und dass gewachsene Freundschaften nicht so leicht zu ersetzen sind.

Die verstärkte erste Mannschaft belegte in der Saison 1979/80 bereits den siebten Rang in der Kreisliga B. Eine dritte Seniorenmannschaft konnte in diesem Jahr ebenfalls für den Spielbetrieb gemeldet werden. Mit Felix Gorny und Max Sudrawitz wurden 1980 zwei treue Fortunen bei Vollendung ihres 75. Lebensjahres gefeiert. Während Felix Gorny schon früher zum Ehrenmitglied ernannt worden ist, wurde Max Sudrawitz diese Ehre an seinem Geburtstag zuteil. Angesichts eines 3 Punkte Vorsprungs zum Ende der Hinrunde erschien der Aufstieg der 1. Seniorenmannschaft in der Saison 1980/81 schon greifbar nahe.

Weil man schließlich punktgleich mit Sportfreunde Wanne die Meisterschaft beendete, musste die Aufstiegsfrage durch einen direkten Vergleich beider Mannschaften geklärt werden. Das anstehende Entscheidungsspiel verloren die Akteure (vor 1300 zahlenden Zuschauern) um Jürgen Wohlrab gegen den Konkurrenten aus der Nachbarstadt in der Verlängerung mit 0 : 1.

Auch in der Saison 1981/82 erwischte die 1. Seniorenmannschaft einen guten Start. Nach dem Ausscheiden Jürgen Wohlrabs übernahm Heinz Lager bis zum Ende der Meisterschaft stellvertretend das Traineramt. Zum Schluss landete man auf dem 4. Platz. Die 2. Mannschaft belegte den 5. Platz in der Kreisliga C, während die 3. Mannschaft in derselben Klasse den 11. Platz belegte.

 

1982/83 wurde Uli Seidel als Trainer gewonnen. Mit ihm verpasste die 1. Mannschaft, wie 1981, nur knapp den Aufstieg. Man belegte den 3. Tabellenplatz. Mehr Erfolg hatte die 2. Mannschaft, die in diesem Jahr in die Kreisliga B aufstieg. Die 3. Mannschaft belegte einen respektablen 3. Platz. Nach nur einem Jahr musste die 2. Mannschaft in der Spielzeit 1983/84 wieder in die Kreisliga C absteigen. 1985 wurde die 3. Mannschaft aufgelöst.

Mit der Verpflichtung Fritz Bödeckers als Trainer für die Saison 1985/86 wurde das lange vergebliche Mühen der Fortunen endlich belohnt. Nach den vorherigen Jahren, in denen immer ein oberer Tabellenplatz erreicht wurde, gelang der 1. Seniorenmannschaft der Aufstieg in die Kreisliga A. Auch in der Kreisliga A war Fortuna von Beginn an immer im oberen Drittel zu finden. Die Saison 1987/88 wurde weitgehend von Arminia Ickern bestimmt, die schließlich die Meisterschaft mit 13 Punkten Vorsprung einfahren konnten. Fortuna hatte bis zur Rückrunde noch den Anschluss gehalten, verpasste dann aber im Spiel gegen Arminia Ickern einen Sieg und ließ diese dann weit davonziehen. Letztendlich errang die 1. Mannschaft den 3. Platz hinter dem SV Holsterhausen.

Die Spielzeit 1988/89 stand im Zeichen der Herbstmeisterschaft Fortuna Hernes vor dem Verfolger Sportfreunde Wanne. Aber, wie gehabt, kam der Einbruch in der Rückrunde, wo die 1. Senioren zwischenzeitlich auf den 4. Tabellenplatz abrutschten. Fortuna pirschte sich zwar langsam aber sicher nach vorne, durch eine Vielzahl von Unentschieden verlor man trotz allem wertvollen Boden gegenüber SF Wanne, die sich schließlich die Meisterschaft sicherten.

 

Die Höhepunkte in der Saison 1988/89 waren dann eher die Pokalspiele. Hier spielte der SV Fortuna gegen die drei klassenhöchsten Fußballvereine des Herner Kreises und zog sich dabei achtbar aus der Affäre. Jedem Fortunen – Fan wird wohl der 30. August 1988 in steter Erinnerung bleiben. Das Pokalspiel zwischen Fortuna Herne und dem SV Sodingen begann zwar wie jedes normale Spiel und hatte bis zum Ende auch keine sonderlichen Höhepunkte. Aber dann kam die Entscheidung in Form von sage und schreibe 24 Elfmetern. Fortuna erreichte am Ende die nächste Runde.

Der Einzug ins Kreispokalfinale blieb den Fortunen durch eine 1 : 2 Niederlage gegen den DSC Wanne verwehrt. Im kleinen Finale gewann schließlich der SC Westfalia Herne äußerst glücklich mit 1 : 0.

Die Saison 1989/90 begann mit einem Trainerwechsel. Anstelle von Fritz Bödecker übernahm nun der langjährige Spieler und Kapitän der Fortunen, Manfred Judel, das Traineramt. Mit neuem Elan ging es in das Spieljahr.

Mit 5 Punkten Vorsprung brachte man die Herbstmeisterschaft in der 1. Kreisklasse unter Dach und Fach. Aber wie schon in den vergangenen Jahren, leistete man sich wieder in der Rückrunde unnötige Punktverluste. Die SpVgg Horsthausen konnte den Abstand zu Fortuna Herne egalisieren; die letzten Spiele der Meisterschaft

waren an Spannung kaum zu überbieten. Als alles bereits auf ein Entscheidungsspiel hindeutete, kam der letzte Spieltag. Fortuna verlor 2 : 1 gegen den RSV Holthausen, während die SpVgg Horsthausen ihr Spiel und damit die Meisterschaft gewann. 29-mal war Fortuna Herne Tabellenführer, nur am 30. Spieltag nicht.

Auch der Gewinn des Nord – Cups konnte da kein Trost für die unbeschreibliche Enttäuschung sein. Die 2. Seniorenmannschaft belegte den 3. Tabellenplatz.

 

Die Saison 1990/91 beendete die 1. Mannschaft mit dem 6. Tabellenplatz, wobei der Einbruch abermals nach der Winterpause kam. „Mit dem Frost, kam der Frust“. VfR Rauxel machte schließlich das Rennen im Kampf um die Meisterschaft, die in diesem Jahr eigentlich keinen Meister verdient hätte. Die 2. Mannschaft belegte den guten 3. Platz unter dem neuen Trainer Horst Häusling.

Die Saison 1991/92 beendete die 1. Mannschaft mit dem 4. Tabellenplatz, Meister wurde die Spielvereinigung Röhlinghausen. Am 29.06.1991 fand eine Feier anlässlich des 60 jährigen Bestehens auf der „Santa Monika“ statt. Die Fahrt nach Senden auf dem Kanal war ein großer Erfolg. In der Jahreshauptversammlung 1992 wurden verdiente Mitglieder durch den Kreisvorsitzenden Fritz Keiluweit im Namen des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes geehrt. So wurden Willy van den Boom und Rolf Bräuning die Silbernadel und den langjährigen Vorstandsmitgliedern Heinz Lager und Friedhelm Schmidt die Goldnadel des FLVW verliehen. Die Saison 1992/93 beendete die 1. Mannschaft mit dem 3. Tabellenplatz, Meister wurde der SV Karadeniz.

Am 26.02.1993 werden die Sportkameraden Heinz Lager (von 1967 – 1993)und Friedhelm Schmidt (von 1956 – 1993)einstimmig zu Ehrenvorsitzenden gewählt. Den sportlichen Höhepunkt verzeichnete der Verein mit dem Kreispokalendspiel, das Fortuna mit 0 : 2 gegen Westfalia Herne verlor. Außerdem spielte man noch die 2. Runde auf Landesebene aus. Mit Ende der Saison übernimmt Gerd Peters das Training von Manfred Judel der das Amt des 1. Vorsitzenden (von Heinz Lager) übernommen hat. Eine schwere Saison! Die Mannschaft konnte das sehr gut geführte Training von Gerd Peters nicht umsetzen. Dies führte nach einer weiteren Niederlage( 0 : 1 gegen den DSC Wanne II) dazu, das Gerd Peters das Handtuch warf und Manfred Judel die Mannschaft bis zum Saisonende übernehmen musste. Der Abstieg wurde noch verhindert und man belegte den 13. Tabellenplatz. Die SpVgg Horsthausen wurde Meister und stieg in die Bezirksliga auf.

Mit der Verpflichtung von Uli Seidel und entsprechender Verstärkung sollte die Saison 1994/95 wieder in Richtung Aufstieg gehen. Es wurde ein guter 4. Platz. Sportfreunde Wanne schaffte den Aufstieg in die Bezirksklasse.

Den Aufstieg schaffte Uli Seidel dann schon im 2. Jahr. In der Saison 1995/96 wurde mit 10 Punkten Vorsprung vor dem BV Herne-Süd nach langer Zeit wieder der Aufstieg in die Bezirksklasse gefeiert.

In der Bezirksklasse konnte sich Fortuna Herne allerdings nur 2 Jahre halten. In der Saison 1996/97 wurde noch ein 13. Tabellenplatz belegt und im Jahr 1997/98 musste nach einem unglücklichem Entscheidungsspiel gegen den SV Gerthe 11 ( 0 : 1) der Weg in die 1. Kreisklasse angetreten werden. Die II. Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Kreisliga B unter Jürgen Neumann. Im darauf folgenden Jahr(1998/99)erreichte man den 10. Tabellenplatz. Die I. Mannschaft belegte nachdem Uli Seidel sein Traineramt zur Verfügung stellte, Manfred Judel für kurze Zeit übernahm und an Frank Gall übergab, den gerade noch ausreichenden 14. Tabellenplatz.

1999 erhielt der Verein die Baugenehmigung zur Erstellung eines Vereinsjugendheimes. Dieses wurde dann am 11.08.2000 eingeweiht.

Sportlich wurde es jedoch nicht einfacher. Die II. Mannschaft musste in der Saison 1999/2000 in die Kreisliga C absteigen und die I. Mannschaft schaffte es nicht (Entscheidungsspiel in der Verlängerung gegen die SpVgg Röhlinghausen

(1 : 3) in der Kreisliga A zu bleiben.

Ein Neuanfang musste her! Mit Siggi Riemann der Frank Gall ablöste hatte man einen Trainer verpflichtet, der als Spieler (Preußen Münster, SpVgg Erkenschwick) höhere Ziele verfolgte. Nach einem 7. Tabellenplatz in der Saison 2000/01, einem 2. Tabellenplatz in der Saison 2001/02 wurde der Aufstieg in die Kreisliga A in der Saison 2002/03 mit 4 Punkten Vorsprung vor SV Röhlinghausen/Pluto geschafft. 2003 wurde auch die gute Jugendarbeit belohnt. So spielten die A-Jugend (0 : 3 gegen Westfalia Herne) und die C-Jugend (2 : 9 gegen BG Schwerin)im Kreispokalendspiel. In der Kreisliga A wehte ein anderer Wind. Die Richtung nach „OBEN“ war mit einer sehr jungen Mannschaft nicht möglich. Man belegte in der Saison 2003/04 (Walter Eilebracht löste Siggi Riemann ab) den 12. Platz.

Sportlich ging es allerdings auch in der Saison 2004/05 weiter nach unten. So wechselte die Verantwortung von Walter Eilebracht über Uli Seidel an Friedhelm Frankiewicz, der in einer Entscheidungsrunde deutlich den Klassenerhalt erreichte. Spiele gegen BG Schwerin II ( 4 : 1) und gegen Firtinaspor (7 : 1) gaben die Spielstärke des SV Fortuna wieder. Ein sportlicher Höhepunkt war dann allerdings die Aufstiegsrunde der C-Jugend. Der Aufstieg in die Bezirksliga wurde allerdings nicht erreicht. Ein Sieg gegen DJK GW Selm, ein Unentschieden gegen SSV Buer allerdings 4 Niederlagen (davon 2 gegen SpVgg Erkenschwick) reichten dann nur zum 3. Platz in der Aufstiegrunde. Trotzdem ein toller Erfolg!

Das Ziel für die Saison 2005/06 (2006 feiert Fortuna sein 75 jähriges Bestehen) konnte für die 1. Seniorenmannschaft nur „Klassenerhalt“ lauten. Die in der Hinrunde von Friedhelm Frankiewicz und in der Rückrunde von Fezi Sengün trainierte Mannschaft steht zum derzeitigen Zeitpunkt (Mai 2006) auf einem gesicherten Tabellenplatz und dürfte den Klassenerhalt erreichen. Joachim Fitze übergibt nach fast 20 Jahren den Jugendvorsitz an Dirk Engelbracht. Vielen Dank „Joachim“!

 

(Auszug aus der freien Encyclopedia Wikipedia aus England)

Westfalia Herne

From Wikipedia, the free encyclopedia

SC Westfalia Herne is a German football club based in Herne, Westfalia. The club was founded in 1904 and originally played in red and white.

After World War I and occupation of the Ruhr by the French in 1923, the club was dissolved, but still carried on unofficially. It was reconstituted in 1925 through fusion with Fortuna Herne to play as Westfalia Fortuna Herne. The union was good for the club, which advanced to upper league play in 1930, and made it as far as the semi-finals in the national championship the next season.